/ Aktuelles


 

 

 

Heute, am 4.10.2020, möchte ich allen danken, die uns zur Goldhochzeit gratuliert haben.  :-)

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Heute, am 27. 9. 2020, danke ich Sabine Pohle und ihrem Team von "Glasbrechen" herzlich für die unerwartete Einladung zu einer Mini-Lesung im kleinsten Kreis letzten Samstag (in Oberhambach).

Ich las aus "Die Mauern des Schweigens", meinem 5. Gontard-Krimi.

Ich wünsche dem Verein weiterhin viel Kraft, Erfolg und Energie für seine wichtige Arbeit im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen der ehemaligen Odenwaldschule. Möge endlich die Gerechtigkeit siegen.

Mögen die Mauern des Schweigens endlich fallen.

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Heute, am 12. 9. 2020, möchte ich einfach nur sagen, dass die Gontard-Freunde unter Euch damit rechnen dürfen, dass nächstes Frühjahr Gontard Nummer 10 erscheinen wird.

Vielleicht unter besseren Voraussetzungen, als das im Frühjahr 2020 möglich gewesen wäre ???

Der neue Gontard wird die Leser nach England entführen.

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Heute, am 23. 8. 2020, möchte ich hier mein Gedicht Yin und Yang präsentieren, das ich schon vor 10 Jahren für Sigi zum 40. Hochzeitstag fabuliert habe.

Gestern war unsere Goldene Hochzeit, und immer noch ist das Gedicht aktuell.

Vielleicht findet Ihr Euch auch ein wenig darin wieder?

 

                                                                    Yin und Yang

 

Die Nacht bedarf des Tages Licht,

die Sonne braucht die Nacht,

nur eins allein hat kein Gewicht

und wird auch nicht bedacht.

 

Was schweren Mutes ist in mir,

in dir an leicht´rem Sinn,

was Tag in dir, was Nacht in mir,

das eine muss zum andern hin.

 

Wie Tag und Nacht im Zwischenschein

sich gleichen, sich verstehn,

so soll dein Hell, mein Dunkel sein

und eins ins andre gehn.

( fabuliert im August 2010)

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Heute, am 17. 8. 2020, möchte ich Euch mein Gedicht  "Wanderwege" vorstellen, das ich für Dorothee und Dennis zu ihrer Hochzeit im Juni 2011 fabuliert habe.

Doro ist unsere mittlere Tochter, und sie und Dennis sind begeisterte Wanderer.

Mittlerweile haben sie ihre 2 Kleinen, Lias und Helen, bei ihren Wanderungen im Schlepptau.

Auch für Nicht-Wanderer mag die Metaphorik der "Wanderwege" zutreffen ...

 

                                                                           WANDERWEGE

 

Gemeinsam wandern wollen wir

durch unser beider Leben.

Nur wenig wird verlangt dafür:

Ein Nehmen ist`s, ein Geben.

 

Die Höhenwege, sonnenschön,

die Seen, Wälder, Wiesen,

die wollen wir gemeinsam sehn,

mit Freude sie genießen.

 

Da liegt auf meinem Weg ein Stein.

Schwer drückt mich meine Last.

Ich komm zu dir, will bei dir sein,

dass keine Furcht du hast.

 

Und führt der Weg durchs Nebeltal,

zeig mir den Weg zum Licht.

Ich reiche dir beim nächsten Mal

die Hand: so fällst du nicht.

 

Gemeinsam wandern wollen wir

durch unser beider Leben.

Nur wenig wird verlangt dafür.

Ein Nehmen ist`s, ein Geben.

 

(copyright: Lilo Beil)

 

Wer sich für meinen etwas schwarzhumorigen und "kriminellen" Beitrag zum Thema interessiert, der möge bitte meine Story "Der Hochzeitstag"  auf dieser Website angucken unter Bücher/Leseproben.

pdf/mit Doppelklick öffnen.

Beide Beiträge, dieses Gedicht und die Krimistory, passen zu unserm 50. Hochzeitstag, auch Goldene Hochzeit genannt, am 22. August (kommenden Samstag).     :-)

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Heute, am 8. 8. 2020, möchte ich mal wieder ein paar Gedanken loswerden:

wie schade, dass nun auch meine schöne Lesung in der Nikolauskapelle Klingenmünster, geplant für den

19. 9. 2020, abgesagt werden musste, zusammen mit sämtlichen Veranstaltungen des Landeckvereins bis Ende des Jahres.

Die Sicherheits-Auflagen für die Veranstalter sind immens, und bei Nichteinhalten der Bestimmungen hätten sogar Geldbußen gedroht.

Wir müssen alle vernünftig sein, so sehr wir die Ausfälle der Veranstaltungen bedauern.

Es gibt leider zu viele  "Ver-Querdenker", die momentan versuchen, die Covid-Maßnahmen zu boykottieren.

Man kann das nur verurteilen.

Ich kann es nicht verhehlen: die Lesungen fehlen mir sehr, und man ist regelrecht ausgebremst, weil es zu viele Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Pandemie gibt.

Und so werde ich am 19. September um 16 Uhr hier wehmütig in Hornbach sitzen und mir vorstellen, wie Günter Nuss, der seit vielen Jahren dieses Highlight für mich organisiert hat,  die Lesung in der kleinen Kapelle einläutet.

Einläuten würde.

Schade. Aber es ist für mich ja alles "nur" ein Hobby ...

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17. 7. 2020

Es wird Zeit, einmal wieder etwas "Aktuelles" in diese Rubrik meiner Website zu schreiben.

Aktuell ist für mich, heute ein DANKESCHÖN auszusprechen an einige Freunde und Bekannte, die mir immer wieder helfen, eine Lese-Plattform zu finden für meine Krimis, vor allem für diejenigen, die etwas mit "Erinnerungsarbeit" zu tun haben.

Das Genre "Krimi" wird ja leider oft unterschätzt und in seiner Möglichkeit als Medium, auch ernste Themen zu transportieren, gar nicht akzeptiert.

Doch wo wäre es angebrachter, zum Beispiel die Naziverbrechen jeglicher Art anzuprangern, wenn nicht im Krimi? Verbrechen, die in unsere Zeit hineinwirken und neue Verbrechen verursachen.

Wer meine Kriminalromane kennt, der weiß, dass sie nicht in die Schublade Regionalkrimi passen, schon gar nicht in die Schublade "Pfälzer Weck-Worscht-Woi-Krimi" oder "Odenwälder Äppelwoi-Krimi". Davon distanziere ich mich ganz entschieden, obgleich die "idyllischen" Szenerien meiner Krimis sich überwiegend in der Metropolregion befinden, also im Raum Heidelberg-Odenwald-Pfalz-Kurpfalz-Bergstrasse.

Ladies first: und so möchte ich Liliane (Lili) Bieth aus Wissembourg danken, die aus großer eigener Überzeugung stetig meine Bücher weiterempfiehlt und mir dadurch hilft, mein "Anliegen" in geeigneten Kreisen zu äußern, auch auf Lesungen.

Auch Jutta Meyer ist eine ganz treue "Weiterempfehlerin" meiner bisherigen Bücher gewesen.

Renate Flesch aus Kaiserslautern hat mir als Leiterin der Pfalzbibliothek schon mehrmals Lesungen ermöglicht,

im Februar soll eine Lesung im Rahmen des Literaturfestivals Westpfalz aus "Mädchen im roten Kleid" stattfinden.

sh. diese Website/Termine.

Frau Stracke/Bücherei Lorsch, Frau Fischer/St.Laurentius Weinheim und Frau Lochbaum/Bücherei

Steinweiler b.Landau hatten für dieses Frühjahr Lesungen organisiert, die jedoch Corona zum Opfer fielen.

Nicht zu vergessen Waltraud Köhler aus Kandel, die mich viele Jahre lang zum Erzähl-Café einlud.

Außerdem Bärbel Blum und Heide Walz, die mir in Winden zahlreiche Lesungen ermöglichten.

Nun zu den Herren:

Eine Plattform meiner eher politisch engagierten Bücher/Krimis bietet/bot mir seit Jahren Manfred Forell, der als (mittlerweile pensionierter) Pädagoge für katholische Religion mich regelmäßig im Rahmen der Geschwister-Scholl-Gedenktage einlud, vor Schülern der Geschwister-Scholl-Gesamtschule/Bensheim zu lesen. Er unterstützt mich weiterhin auf der Suche nach geeigneten Lese-Plattformen.

Seinem Nachfolger Peter Ströbel, ebenfalls unermüdlich im Engagement gegen Rechts, sei ebenfalls gedankt.

Ein großes Dankeschön auch Werner Mühl aus Kandel, der über viele Jahre meine Neuerscheinungen rezensierte

und jedes Jahr Lesungen für mich organisierte.

Günter Nuss aus Klingenmünster vom Landeck-Verein organisiert für mich seit Jahren Lesungen in der Nikolauskapelle in Klingenmünster, dafür herzlichen Dank. Aber wer weiß, ob die geplante Lesung am 19.9.2020 stattfinden kann?

Unermüdlich ebenfalls Hans Krämer, der Vorsitzende des Heimat-und Museumsvereins Rimbach-Zotzenbach,

der zusammen mit seiner Frau Agathe und dem Team regelmäßig Adventslesungen für mich durchführt.

Und danke auch an Lutz Galinat aus Rimbach, dessen "angedachte" Lesung im Frühjahr/Sommer wegen Corona entfiel, aber hoffentlich nachgeholt werden kann.

Roland Paul aus Steinwenden/b. Ramstein vermittelte/organisierte mehrmals Lesungen mit mir, u.a. in seinem Kulturzentrum in seinem Elternhaus in Steinwenden. Die Lesungen stimmten mit Roland Pauls politischem Engagement überein.

Maria Unger aus Beedenkirchen/Odenwald und Madeleine und Gerald Unger aus Mannheim sollten auch erwähnt werden, da ich wiederholt durch ihre Vermittlung lesen durfte.

Würde ich all die nennen, die mich von Beginn an bei Lesungen unterstützten, so wäre diese Liste sehr, sehr lang.

Ihnen sei hiermit pauschal gedankt.

Ich möchte folgende Buchhändler nicht vergessen:

Andrea Ohlig Buchladen Birkenau / Doris Koch Buchladen Ramstein / Uwe Neu Buchladen Bunter Hund Weilerbach/

u.a. , die mich wiederholt bei Lesungen unterstützten.

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Heute, am 10. 6., möchte ich etwas nachholen: den Sammler und Autor Thomas B. Schumann erwähnen, dessen Kunst-katalog "Deutsche Künstler im Exil 1933-1945" mich unter anderem inspiriert hat zu meinem 9. Gontard-Krimi

"Mädchen im roten Kleid".

Eine Ausstellung im Birkenauer Rathaus im Frühjahr 2018 mit einigen Exponaten aus Herrn Schumanns Sammlung und vor allem der Katalog dazu haben mich so sehr berührt, dass ich, angelehnt an die Schicksale von Exilmalern, die Figur des  Jakob Dornheimer schuf und in ein Krimigeschehen einbettete, zusammen mit dem Schicksal seiner Tochter Selma, einer Kindheitsfreundin von Friedrich Gontard.

Einige der im Schumann-Katalog erwähnten Künstlernamen habe ich in mein Buch integriert.

Es geht um Kunstraub, Raubkunst und die Heidelberger Antiquitätenszene.

Ein Sommerkrimi mit heiterer Kulisse (Südfrankreich, Heidelberg, Ladenburg, Pfälzerwald), überschattet von den düsteren Wolken der Vergangenheit.

Ein Buch voller Empathie und wieder mit Herzblut geschrieben, mit satirischen Beobachtungen der Kunstszene.

 

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Heute, am 6. 6., nochmal ein kleines Corona-Gedicht, diesmal nicht  ganz so ernst wie das untenstehende Gedicht "Dornenkrone", vielmehr mit einem Augenzwinkern geschrieben.

 

            Bekenntnis einer Altmodischen

 

Software, Hardware, Spotify,

Streaming, Podcast macht dich high?

Webcam, Hashtag, Instagram,

Digitales macht dich an?

Screenshot, Facebook, Youtube, Twitter?

Ehrlich: mir ist es zuwider.

Statt zum Mailen und zum Skypen

rate ich zum ... Briefeschreiben.

Kleines Postscriptum:

Allerdings muss ich gestehen:

wollte ich die Enkel sehen

in bizarren Covid-Zeiten,

gab es klitzekleine Freuden

via Whatsapp-Videos.

Auch Digitales ist ... famos.

 

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Heute, am 27. Mai, möchte ich das tun, was ich schon länger vorhatte:

einen Nachruf zu schreiben auf zwei ganz besondere Menschen, deren Tod eine große Lücke in meinem Leben hinterlassen hat.

Diese beiden sind Peter Paisley, der am 22. März mit 98 Jahren "friedlich einschlief", wie sein Sohn Jonathan mir mailte, und

Virginia Larsen, die am 5. Mai 2018, als vor 2 Jahren, nach langer und sehr tapfer ertragener schwerer Krebserkrankung  "erlöst wurde", wie man so sagt. Sie wurde 81 Jahre alt.

Aber Ladies First:

Virginia Larsen (1937-2018) von allen Ginnie genannt, kam 1959 als ganz junge amerikanische Gastlehrerin an die Martin-Luther-Schule in Rimbach, wo ich selbst später, von 1972-2008, unterrichten würde. Wir sind uns damals natürlich nicht begegnet, denn 1959 war ich 12 Jahre alt und besuchte das Progymnasium in Bergzabern. Schade!

Es sollte etwa 50 Jahre dauern, bis sich unsere Wege kreuzten. Wie es der "Zufall" so will, schenkte meine Freundin und ehemalige Kollegin Jutta Meyer, die sich u.a. für den Lehreraustausch mit Ginnies ehemaligem College engagierte, dieser bei einem Besuch in Rimbach mein Buch "Schattenzeit Geschichten", worin es um Kinder und Jugendliche und deren Erfahrungen im 3. Reich geht. Danke an Jutta!

Offenbar war Ginnie von dem Buch so angetan, dass sie mit mir Briefkontakt aufnahm, der sich bald in eine regelmäßige Korrespondenz per Email wandelte. Eines Tages überraschte mich Ginnie mit ihrer Entscheidung, sie gedenke, mein Buch ins Englische zu übersetzen.

Das Ergebnis war "ShadowTime Stories", auf Deutsch leider vergriffen, auf Englisch über Amazon zu beziehen. Da Ginnie die Übersetzung im Eigenverlag herausbrachte (ich schenkte ihr das Copyright ...) , sind die Kosten "Ginnies Sache" gewesen

(freilich auch der Erlös, nun "Sache ihrer Erbin").

Ginnies Großzügigkeit, ihr unglaublicher Humor, der sie auch in den letzten schweren Monaten und Jahren nicht verließ,

ihre Liebe zur Literatur, ihre Intelligenz (Intellektualität gepaart mit großer Herzensbildung), ihre Tierliebe, die uns beide besonders verband, all dies und noch viel mehr macht mir die liebe Ginnie unvergesslich.

Vor genau einem Jahr übrigens, Ende Mai 2019,  pflanzten wir auf dem Gelände der Martin-Luther-Schule in Rimbach ein Bäumchen zu Ginnies Gedenken.

Es war ihr Wunsch gewesen, eine kleine Spur zu hinterlassen an dem Ort, der ihr eine zweite Heimat geworden war. An der Schule und in dem Dorf, wo sie, wie sie mal sagte,  sehr glücklich gewesen war.

Sicherlich wird Ginnie in den Herzen derer, die sie kannten, mehr als eine kleine Spur hinterlassen.

Und man wird sich an sie erinnern, wie sie mit verschmitztem Lächeln einen echt Odenwälder Spruch zum besten gibt. 

"Ourewällerisch" sprach sie nämlich perfekt.

Sie war eben auch ein Sprachgenie!

P.S. Ich traf Ginnie nur 2x im Leben, zuletzt im Sommer 2016. Es war ihr "Abschiedsbesuch" in Rimbach, wie sie damals schon ahnte.

 

Und nun zu Peter Paisley (1921-2020)

Auch Peter traf ich nur zweimal im Leben, einmal vor vielen Jahren in Heidelberg bei einer ehemaligen Studienfreundin, das zweite Mal mit meinem Mann Sigi zusammen bei einem Englandbesuch vor 7 Jahren.

Mit Peter starb ein Zeitzeuge, der den Holocaust überlebt hatte, genau genommen das schreckliche Internierungslager in GURS in den Pyrenäen. Hätte er nicht entkommen können, wäre er wohl entweder wie viele andere dort an Hunger oder Typhus gestorben oder letztendlich nach Auschwitz deportiert worden.

Peter wurde 1921 als Sohn eines angesehenen Kaufmanns in Berlin-Schöneberg geboren. Es war eine freidenkende jüdische Familie, und seine Eltern, die bald die schlimmen Zeichen der Zeit erkannten, schickten den Sohn schon 1935 nach Belgien auf ein Internat, wo er 5 Jahre lang unbehelligt lebte, bis Belgien von den Nazis überfallen wurde.

Man deportierte Peter, der damas noch Herbert Peter Peiser hieß, als angeblichen "Spion" in das südfranzösische berüchtigte Gurs, wo auch die Badener, Pfälzer, Saarländer, Elsässer und Lothringer Juden Schreckliches erleiden mussten.

Dort gelang Peter die Flucht zur Fremdenlegion.

"Besser bei diesem Haufen zu überleben als in Auschwitz zu sterben", sagte er Sigi und mir, als wir ihn in Somerset besuchten. "Es war die Hölle, aber man kämpfte wenigstens gegen die Nazis".

Der Titel von Peters Aufzeichnungen, "Looking back, but not in Anger" - "Blick zurück, doch nicht im Zorn" ... sagt alles.

Mit meinen Englischschülern las ich oft diese Lebenserinnerungen eines Zeitzeugen, der den Naziterror überlebte.

Peter gelang es, nach dem Krieg ein neues Leben an der Seite einer englischen Farmerstochter aufzubauen.

Die beiden hatten 3 Söhne. Peter starb, dankbar für "eine liebe Familie, die ihn treu umsorgte", und er war stolz auf seine zahlreichen Enkelkinder und ihre Erfolge in Schule und Studium. Seine kranke Frau Joan hatte er jahrelang aufopfernd zuhause gepflegt.

Peter war, wie auch unsere amerikanische Freundin Ginnie, trotz großer Schicksalschläge mit einem herrlichen Humor gesegnet. Bis zuletzt. Noch 3 Wochen vor seinem Tod diesen März gratulierte er Sigi zum 76. Geburtstag und schrieb im Scherz: "Are you 80 now?"

Ohne Peters Aufzeichnungen hätte ich "Das gläserne Glück", meinen 6. Krimi um Friedrich Gontard, nicht so geschrieben:  authentisch bis in viele Details. Ich widmete das Buch u.a. Peter Paisley.

Er bestätigte mir nach der Lektüre: "Ja, so war es damals, genau so."

Danke, Peter und Ginnie, dass Ihr in meinem Leben aufgetaucht seid ...

 

P.S. Soeben habe ich in einem Heft "zufällig" einen Eintrag gefunden, den ich völlig vergessen hatte.  Das Gedicht

schrieb ich am 18. April 2018, also kurz vor Ginnies Tod. Damals wusste man, dass Ginnie bald sterben würde, es gab sogar einen Blog (den ich unerträglich fand und den ich dann auch nicht mehr ansah), der Ginnie sozusagen beim Sterben "begleitete".

Hier mein Text:

WORTE

Worte trösten/ Worte verletzen/ Worte töten/ Worte heilen.

Worte retten uns zuweilen.

Sie entzweien und verbinden.

Worte sind stumm,

wenn es nichts mehr zu sagen gibt.

 

Und nun möchte ich noch eine mir sehr wichtige Information zu zwei Menschen geben, die für meinen Gontard-Krimi

"Das gläserne Glück" zusammen mit Peter Paisley eine Rolle spielten.

Dies sind die Brüder Gustav und Alfred Levy, die in meinem Geburtsort Klingenmünster als geachtete und vor allem bei den Kindern des Dorfes beliebte Menschen lebten, bis sie im Oktober 1940 nach GURS deportiert wurden.

Im Kapitel 11/Seite 129 von "Das gläserne Glück" habe ich den beiden Männern in einer bedrückenden und berührenden Szene ein (wenn auch kleines) literarisches Denkmal gesetzt. Ich kannte die Stolpersteine für Gustav und Alfred Levy und einen Bericht meiner Patin Emilie Degitz, die als  10jähriges Mädchen Zeugin der Deportation ihrer beiden jüdischen Nachbarn wurde.

Meine Patin, nun 90 Jahre alt,  berichtete mir einmal, sie werde nie vergessen, wie "die beiden lieben Männer mit ihren Köfferchen abgeholt wurden". Man hatte den Kindern gesagt, die beiden Brüder seien in ein Altersheim gebracht worden. Gustav Levy starb an den Strapazen 1942 in Gurs, der jüngere Bruder, Alfred, wurde von Gurs nach Auschwitz deportiert und kam dort um.

Vor wenigen Monaten kontaktierte mich überraschend Judith Rhodes aus Leeds, eine Großnichte der beiden Levy-Brüder, und sie dankte mir dafür, dass ich ihre ermordeten Verwandten in meinem Buch erwähne. Sie hatte von meinem Gontard-Krimi "Das gläserne Glück" erfahren.

Ich denke, ich werde zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher über die Brüder Levy und auch über Judith Rhodes berichten, die in englischen und deutschen Schulen Vorträge hält. Ihre Mutter, Ursula Michel aus Ludwigshafen,  überlebte den Holocaust durch einen Kindertransport und hinterließ ihr u.a. ihr kleines Köfferchen.

Der kleine Film "The Little Suitcase- Koffer gepackt und überlebt"  gehört zum "Vortrags-Inventar" von Judith Rhodes.

Erschütternd!

Ursula Michel überlebte, jedoch ihre Eltern und ihre kleine Schwester Lilli wurden von den Nazis ermordet.

 

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Heute, am 19. Mai 2020, haben mich zwei aktuelle Meldungen besonders aufgerüttelt.

 

Erstens: die befürchtete steigende Gewalt gegen Kinder im "Corona-Lockdown" ist schlimmer als geahnt. Es geht sowohl um brachiale als auch sexuelle Gewalt. Und wer spricht von der psychischen Gewalt als Folgeerscheinung?

Ich konnte nicht weiterlesen. Wenn man selbst 3 Töchter großgezogen und 3 kleine Enkelkinder hat und fast 40 Jahre lang Kinder und Jugendliche unterrichtete, dann sind diese Berichte unerträglich.

 

Zweitens: in der Lokalpresse wurde mit einem großen Artikel des 10. Jahrestags der Enthüllung von Missbrauch an der Odenwaldschule/Oberhambach/Heppenheim gedacht. Das war im Frühjahr 2010. Man spricht von einer Opferzahl von 500 - 900 Kindern/Jugendlichen, die über viele Jahre Opfer pädophiler Lehrer und des Direktors Gerold Becker und dessen "Freunden" wurden. Die Dunkelziffer ist groß, viele Opfer schweigen immer noch. Als ich vor 10 Jahren von den schlimmen Missbrauchsfällen an der Odenwaldschule erfuhr, reagierte ich ungläubig und geschockt, zumal ich von 1972 bis 2008 an der Martin-Luther-Schule Rimbach unterrichtete, also im  Schulamtsbereich der Odenwaldschule. NIEMALS in den 36 Jahren erfuhr ich auch nur ein bisschen von sexuellen Übergriffen an der Nachbarschule. Die Mauern des Schweigens müssen sehr dicht gewesen sein, und ich schrieb, aufgewühlt und vielleicht auch beschämt über meine Naivität, den 5. Gontard-Krimi: "Die Mauern des Schweigens".

 

Das Kapitel 23 (Eine Freistunde)/Seite 149 thematisiert in einem Gespräch zwischen Anna Gontard, der nichtsahnenden Frau von Kommissar Friedrich Gontard, und einem Referendar im Café Mäule/Rimbach die Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule, während der Krimi insgesamt Missbrauch vor allem in "frommen Kreisen" behandelt. Auch der vor Jahren über die Grenzen des Odenwalds hinaus bekannt gewordene Fall eines Geistlichen, der junge Mädchen missbrauchte, wird angesprochen. Rimbach nenne ich in meinem Krimi "Ruhstetten", wie schon in "Die Kinder im Brunnen", dem 1. Charlotte Rapp-Krimi, worin es um Mobbing geht. Meine Leser wissen, dass ich reale und fiktive Ortsnamen vermische bzw. gerne real existierende Orte umbenenne.

Ich wurde einmal gefragt, ob ich selbst Missbrauch erlebt habe, denn es sei "alles so lebensnah und authentisch" geschildert. 

 

Und hier darf ich verneinen und einfach antworten: es genügt doch, genug Fantasie und Empathie zu empfinden, um sich solche Ungeheuerlichkeiten vorzustellen. Oder?

 

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Und hier ist ein Artikel, der mich besonders gefreut hat, zumal seit März etliche meiner Lesungen ausgefallen sind/ausfallen: "Corona-Opfer". Danke an Bernd Eppelmann, der auf mich zukam und diese schöne Wertschätzung meiner literarischen Arbeit veröffentlichte. Es wird momentan oft bedauert, dass Kulturschaffende nun keine Plattform haben. Umso erfreulicher ist es, wenn eine Autorin wie ich, die sich kaum in der digitalen Welt darzustellen weiß, diesbezüglich wohlwollend unterstützt wird.

Nochmal herzlichen Dank, lieber Herr Eppelmann.

 

Ein Artikel aus der "Hemsbacher Woche" von Bernd Eppelmann


(ben). Ist es Ihnen auch aufgefallen?

 

Es ist wieder ein Jahr der Maikäfer. Wenige der Krabbeltiere halten sich schwirrend mühsam in der sonnigen Aprilluft. Einige liegen apathisch auf dem Rücken und rudern sechsbeinig entkräftet um Bodenkontakt. Andere kauern im Gras und pumpen zur

 

Startvorbereitung vor dem Flug. So zu sehen beim Fußweg entlang des Rohrwiesenwegs, auf dem sich so herrlich die Gedanken um das ewig scheinende Corona-Thema zerstreuen lassen. Die braunen Brummer mit denmarkanten Fühlern waren 2018das letzte Mal zuvor aktiv.

 

2018, das war auch an einem Spätaprilabendauf dem Rückweg als Berichterstattervon einer Autorenlesung in derKatholischen öffentlichen Büchereiin Hemsbach durch die Rohrwiesen, als die Insekten zu Tausenden in der Luft waren.

 

Ein Kriminalroman war das damals. Titel: „In kindlicher Liebe“. Mordfälle im Bensheimer Fürstenlager. Bearbeitet von Kripochef im Ruhestand Ferdinand Guldner gemeinsam mit Lebensgefährtin und Hobbyermittlerin Charlotte Rapp. Lilo Beil, feinfühlige Autorin von Kriminalromanen mit Regionalcharakter las damals vor vollem Haus. Mit Gespür für sprachliche Kunst und gekonnter Einbettung regionalkultureller Vorgänge in die Handlung und Sinn für situativ subtile Details.

 

Nach Heranlesen an den kriminalistischen Punkt, ab dem es spannend wurde, aber natürlich auch keinen Satz weiter, hatte die gebürtige Pfälzerin mit Lebenszentrum im hessischen Odenwald noch eine Kurzgeschichte als Zugabeaus ihrem Buch „Maikäfersommer”, einer Sammlung von Erzählungen mit Heimatbezug aus ihrer Kindheit gelesen. Das wiederkehrende Maikäferthema bringt die Lesung in die Erinnerung zurück.

 

Nach Rückkehr von der Käfer-Tour leitet sie zur direkten Frage an die Autorin per E-Mail nach der aktuellen Gefühlslage und der Arbeitsschwerpunkte in der virusbedingten Isolation. Da geht es Lilo Beil wie andern auch. Tagesabläufe haben sich auf die Kontaktbeschränkungen und Schutzmaßnahmen eingespielt. Vieles fühlt sich ungewohnt, einiges mühsamer an. In Bezug auf ihre literarische Produktivität ändert sichaber nicht viel. Nach ihrem neuesten, 2019 erschienenen neunten Krimi „Mädchen im roten Kleid“aus der Reihe um Friedrich Gontard, als ehemaliger HeidelbergerKripochef ebenfalls Ruheständler,

liegt aktuell das Skript des zehnten Gontard-Falls beim Verlag. Lange terminierte Lesungen aus ihrenBüchern fallen zurzeit alle aus.

 

Ihre Zeit investiert Beil in die literarische Gestaltung von Kinderbüchern, die sie auch selbst illustriert. Die Werke in selbstverlegter Kleinstauflage für ihre Enkel Lias, Helen und Joscha und andere Kinder überbrücken die Zeit ohne persönlichen Kontakt mit Oma Lilo während der Isolation. Malerei, ihrer weiteren großen Leidenschaft gibt sie augenblicklich den Vorzug vor der Literatur. An einen Krimi mit Bezug zur Corona-Pandmie verschwendet die gebürtige Pfälzerin zumindest vorerst keinen Gedanken. Aber es gibt Trost für ihre Krimifans, die Beils neben dem regionalen auch zeitlich nahen literarischen Bezug zu aktuellen Geschehnissen schätzen.

 

Sie hat – an Karfreitag – das Gedicht mit dem Titel „Dornenkrone“ und Coronabezug verfasst. Und wir dürfen es hier für unsere Leser veröffentlichen:

 

Dornenkrone.

 

Nun kam globales Unglück angekrochen. Fast über Nacht sieht vieles anders aus.

Die Welt, wie wir sie kannten, ist zerbrochen. Wir beugen uns und bleiben still zu Haus.

Corona heißt die neue Dornenkrone, sie hat die Welt im Griff als Pandemie.

Sie herrscht als Königin auf hohem Throne und zwingt die stolze Menschheit in die Knie.

 

Wir sehen Bilder, lesen Zahlen, und wir erahnen fremden Tod.

Noch leiden andere die Qualen. Wir machen eine Tugend aus der Not:

Die Frohnaturen singen auf Balkonen, doch auch die Grübler haben ihre Zeit.

Die einen kultivieren „Schöner Wohnen“, doch andere verzehren sich im Streit.

 

Wie lange noch? So fragen wir: wie lange? Doch die Experten schweigen sich beharrlich aus.

Die Ungewissheit macht den meisten bange, und notgedrungen hüten wir das Haus.

Mir macht die Zeit „danach“ schon Sorgen, die Zeit, wenn wieder alles ist „normal“:

Sie buchen schon die Kreuzfahrt für das Morgen. Ich seh den Fuß des Rasers auf dem Gaspedal.

 

Es gilt, all das Versäumte nachzuholen, stornierte Reisen und entgang`ne Freud.

Das Stillestehn war immerhin befohlen. Man hat all die Bescheidenheit nun leid.

An Läuterung global will ich nicht glauben, die Menschheit war nie edel, war nie gut.

Doch lass ich mir nicht die Gewissheit rauben: Wir brauchen, um zu leben: Lebensmut.

 

Postscriptum: Und dann wird einiges – vielleicht – auch wieder gut.

 

Karfreitag 2020. Lilo Beil – 7. April 2020